Reebok musste in den USA jetzt für eine Kampagne eine empfindliche Geldstrafe zahlen, da die amerikanische Handelsaufsichtsbehörde FTC hierin eine irreführende Werbung sah.
Konkret ging es um Werbespots für die Reebok Toning-Schuhe, die mit dem Versprechen warben, dass man allein durch das Tragen der Schuhe das Gewebe und die Haut an Oberschenkeln und Po straffen könnte. Fit und schlank werden ohne Sport? Das klingt verlockend, und so sind die hohen Umsatzzahlen für die Toning-Schuhe keine Überraschung. Doch hat Reebok hier nicht etwas zu viel versprochen?
Auslöser des Runs auf Sportschuhe war der EasyTone. Dieses Modell ebenso wie seine Nachfolger, der RunTone und der TrainTone, sollen laut Reebok-Werbung mit ihrer innovativen Sohlentechnik einen Trainingserfolg allein durch das Gehen in den Schuhen ermöglichen. Der Erfolg wurde in den ersten Spots sogar noch in Zahlen ausgedrückt – Und die lügen bekanntlich nie. In den USA fand diese Vorstellung großen Anklang, und die Schuhe verkauften sich wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln.
Doch so gut die Sohlen der Reihe auch sein mögen, um ein richtiges Training kommt man nicht herum, wenn man tatsächlich abnehmen und seinen Körper straffen möchte. Eigentlich sollte sich das Jeder selbst denken können, doch offenbar war die Enttäuschung bei vielen Verbrauchern tatsächlich groß. Wenn es nach der FTC geht, sind die Spots damit nicht einfach nur ein nicht eingelöstes Versprechen, sondern mutwillige Verbrauchertäuschung. Und die wird bestraft, in diesem Fall mit einer zu zahlenden Geldbuße von 28 Millionen U.S.-Dollar, die an die geschädigten Kunden weitergeleitet werden sollen.
Trotzdem soll der Fitness-Aspekt der Toning-Schuhe auch in Zukunft deutlich hervorgehoben werden, wenn man die Spots auch etwas umarbeiten muss. Die Nennung der Prozentzahlen, um die sich die Muskeln angeblich stärken lassen sollten, gibt es zumindest schon seit einiger Zeit nicht mehr, und die neuen Spots sollen deutlich machen, dass man um ein wenig selbst geleisteten Einsatz nicht herumkommt.
Hierzulande sieht man die ganze Angelegenheit offenbar noch etwas gelassener, denn bisher gab es für den Reebok-Mutterkonzern Adidas keinen Anlass, die Werbevideos auch in Deutschland abzuändern. Der Traum vom knackigen Po ganz ohne Schweiß und Arbeit bleibt vorerst aber unerfüllt, wie so Vieles, das uns die Werbung in ihren bunten Bildern suggerieren möchte.