Wie vermarkte ich ein neues Produkt oder wie schleiche ich mich in die Gehirne der Menschen ein?
Da es kaum noch freie Menschen mit eigenen Gefühlen, Emotionen und Empfindungen, sowie einer eigenen Meinung gibt, ist dies glänzend zu erreichen. Die Frage hierbei ist lediglich: Wie grenze ich mich von den anderen Mechanismen der Industrie ab?
Die Rechtslage spielt hierbei absolut keine Rolle. Erfolg - Was ist das? Der Erfolg hängt vom dem Produkt ab. Natürlich. Stell den Menschen in den Mittelpunkt. Das ist die Hauptaussage. Guerillamarketing ist nichts, was in den Bäumen sitzt und auf seine Kunden herabgesprungen kommt. Doch? Ich sprühe die Werbebotschaft 10 Meter über dem Boden an die Hausfassade und die Menschen schauen hin. Garantiert. Ich bringe irgendwo Sticker an.
Ich überrasche den Kunden - oder hast du schon einmal in deiner Videothek neben den DVDs, die Bücher, nach denen die Filme gedreht wurden, gesehen? Nein, natürlich nicht - weil du gleich in die Buchhandlung gehst und dich nicht von irgendwelchen schwachsinnigen Filmemachern - und das sind sie nun wirklich ohne zu übertreiben - die Zeit stehlen lassen willst, indem du ihren geistigen Abfall ansiehst.
Rechtslage… Als wenn Coca-Cola, Adidas und was für Marken auch immer, sich Ihre Rechtsabteilungen umsonst halten. Nein. Aber Guerillamarketing ist ja so beliebt, weil dazu praktisch keine Rechtslage existiert. Ich muss nur irgendwas tun, was die Leute überrascht. Wahnsinn.
Guerillamarketing ist die Entscheidung für außergewöhnlichen Aktionen im Marketing; mit geringem Mitteleinsatz soll eine große und aufsehenerregende Wirkung erzielt werden.
Geprägt wurde das Guerillamarketing in den Vereinigten Staaten von Jay C. Levinson. Sein Guerillamarketing-Handbuch erschien bereits 1984 und wurde inzwischen zum Kultbuch für Insider.
Mit einem kleinen Etat wird ein spezielles Medium oder ein sehr detailliert bestimmter Absatzkanal gewählt, der dann mit Methoden der öffentlichen Diskussion angegangen wird. Beispiele sind das Schreiben von vielen Leserbriefen mit durchaus unterschiedlicher Tendenz, aber immer dem selben Thema oder das Durchführen und Beeinflussen von öffentlichen Veranstaltungen sowie die Gründung gesellschaftspolitischer Gruppen mit der Zielsetzung, das zu bewerbende Produkt zum Thema zu machen. Da nicht immer kommuniziert wird, dass das ganze bezahlte Werbung ist, bleibt Guerilla-Vermarktung nicht nur umstritten, sondern bewegt sich auch in einer rechtlichen Grauzone.
In der Guerillamarketing gibt es inzwischen zahlreiche unkonventionelle Marketing-Strategien, hier nur drei Beispiele:
* Sticker-Kampagnen: Man verteilt lustige und auffällige Sticker an Schulen oder sonstigen Treffs von Jugendlichen
* Gezielte Mundpropaganda in der Öffentlichkeit: Man schickt die Werber in Kneipen und Cafes oder andere Treffpunkte und initiiert Gespräche zum Produkt
* Internetdiskussion: Man schreibt E-Mails an Kunden und Konkurrenten und publiziert in Blogs und schreibt dazu passende oder unpassende Kommentare.
Ich kann diese Methoden weder generell verurteilen noch begrüßen. Wenn neue und innovative Anbieter mit diesen Methoden auf gesunde, ökologisch und sozial angemessene Produkte aufmerksam machen, dann finde ich das gut und richtig; wenn die überkommenen und weder ökologischen noch sozial ausgerichteten Unternehmen wie Lidl oder Schlecker solche Methoden anwenden, dann sollte man denen das unterbinden.