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Weihnachtswerbung: Media Markt erzürnt Kirchenvertreter

Autor: Martin
abgelegt in: Marketingnews

Der Elektronik-Riese Media Markt ist ja nicht gerade für seine zurückhaltenden Werbekampagnen bekannt und musste sich schon des öfteren gegen kritische Stimmen wehren.

Zuletzt war die Kette mit ihrer eigenwilligen Plakatwerbung in die Diskussion geraten, die wahrscheinlich die Sinnlosigkeit der Rabattschlachten von Discountern und Händlern anprangern sollte, jedoch eher zu Verwirrungen bei den Kunden und hönischen Kommentaren über die dazugehörigen Werbevideos führte. Mit der Weihnachtskampagne stieß der Konzern nun aber in ein ganz anderes Wespennest und erzürnte nicht nur Kirchenvertreter.

„Weihnachten wird unterm Baum entschieden“?

Mit ihrem neuen Slogan wollte die Eletronik-Kette wohl für eine sorgfältige Auswahl der Geschenke werben, mit denen man seine Lieben zu beschenken gedenkt. Frei nach der Idee: Nur wenn tolle Geschenke unter dem Weihnachtsbaum liegen, wird das Fest ein Erfolg. Doch mit genau diesem Konzept hat Media Markt nun eine Welle der Empörung ausgelöst, denn mit dem Ausspruch „Weihnachten wird unterm Baum entschieden“ werde aus dem besinnlichen Fest eine einzige Konsumorgie, meinen Kritiker. Eine Abmahnung durch den Deutschen Werberat gab es aber nicht.

Damit habe Media Markt deutlich ausgesprochen, was Viele schon seit langer Zeit ahnen: Der Kommerz wird auch am besinnlichsten Fest des Jahres immer wichtiger. Wo es eigentlich um ein friedliches Beisammensein und das Gedenken an christliche Werte gehen sollte, stehen Konsumgüter immer mehr im Mittelpunkt: Der Baum muss jedes Jahr größer und prachtvoller werden, die Weihnachtstafel sich unter dem Gewicht des Festmahls biegen, die Geschenke möglichst teuer und modern ausfallen. Doch wo bleibt da der eigentliche Sinn der Weihnacht?

Schelte gegen Media Markt: Berechtigt oder übertrieben?

Diese Entwicklung ist in der Tat bedenklich und hat schon längst dazu geführt, dass sich viele Deutsche vom Weihnachtsfest als solches abgewandt haben. Doch ist der Ärger über die aktuelle Werbekampagne, die sich den modernen Zeitgeist zunutze macht, berechtigt oder heillos übertrieben? Kirchenvertreter sehen den Slogan besonders kritisch, befürchten sie doch eine stetige Abwendung der Menschen von christlichen Werten und dem eigentlichen Sinn des Festes: Die Geburt Jesu Christi zu feiern.

„Weihnachten wird in der Krippe entschieden“ heißt das Gegenkonzept, das die Katholische Langjugendbewegung ins Leben gerufen hat. So soll daran erinnert werden, dass es an Weihnachten eben nicht um Geschenke, sondern um Dankbarkeit, Erlösung und Demut gehen sollte. Abgesehen von der Instrumentalisierung eines christlichen Festes und vom verloren gegangenen religiösen Aspekt wird aber auch kritisiert, dass Werbung wie jene von Media Markt abwertend gegen all Jene sei, die sich eben keine großartigen Geschenke leisten könnten – Gier statt Nächstenliebe, quasi.

Der Aufschrei seitens Kirchenvertreter und gläubiger Christen mag in seinem Umfang nicht für Jeden nachvollziehbar sein, doch bedenklich ist die Entwicklung, die durch den Media Markt Slogan auf die kommerzielle Spitze getrieben wird, allemal. Ab und zu sollten wir den Werbeprospekt eben doch einmal beiseite legen, uns daran erinnern, was wirklich wichtig ist, und uns auch um Jene kümmern, die inmitten dieser Kommerzialisierung vergessen werden. Doch freuen darf man sich über die Geschenke unter dem Weihnachtsbaum trotzdem – Solange das Bewusstsein dafür bleibt, dass die Festtage kein rein materielles Erlebnis sind.


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